"Wir begleiten Lebenswege" Das Vereinshandbuch Band 3

Herausforderungen in den Handlungsfeldern beruflich sozialer Arbeit

Vorwort

Die Rahmenkonzeptionen der Betriebseinheiten des Vereins Behindertenhilfe bilden einen fachlichen Brückenschlag zwischen den Leitlinien des Vereins und den Konzeptionen der einzelnen Dienste und Einrichtungen. Ihr Schwergewicht liegt auf einer fachlichen Fundierung der Konzeptionen und der praktischen nutzerbezogenen sozialen Arbeit.
Demgegenüber formulieren Band 1 und Band 2  des Vereinshandbuches auf der Grundlage von Leitlinien und Satzung übergreifende Wertentscheidungen, Rahmenbedingungen und Regelungen für die Zweckbetriebe des Vereins als soziale Organisationen, innerhalb und vermittels deren die Leistungen für die Nutzer erbracht werden.
Die Rahmenkonzeptionen tragen auch der Tatsache Rechnung, dass die Entwicklung innovativer Maßnahmen und Projekte sowie die Entwicklung und Fortschreibung von Einzelkonzeptionen zunehmend nur noch in wechselseitiger Koordination und Vernetzung nach innen und außen sinnvoll gedacht und praktisch realisiert werden kann. Die Rahmenkonzeptionen liefern hierfür einen orientierenden und das gemeinsame Selbstverständnis konkretisierenden Rahmen.

Den Rahmenkonzeptionen kommen im einzelnen folgende Funktionen zu:

  • Sie konkretisieren die Leitlinien im Sinne eines wertemäßigen, sozialpolitischen und fachlichen Selbstverständnisses der Betriebseinheiten und übernehmen damit eine geistige Integrationsfunktion.
  • Die Rahmenkonzeptionen stellen als Konkretisierungen der handlungsleitenden Prinzipien der Leitlinien in den je besonderen Praxisfeldern eine Grundlage für die Formulierung von Qualitätsstandards und Erfolgskriterien dar. Sie besitzen eine qualitätssichernde Funktion.
  • Sie konkretisieren die Leitlinien des Vereins im Hinblick auf die typischen und grundlegenden Handlungserfordernisse in den Praxisfeldern der Betriebseinheiten und berücksichtigen dabei die historisch-aktuellen Tendenzen und Gegebenheiten. Den Rahmenkonzeptionen kommt damit eine richtungsweisende und rahmengebende Orientierungsfunktion für die weiteren Entwicklungen und Planungen zu.
  • Die Rahmenkonzeptionen bieten den Mitarbeiter/innen Interpretations- und Ent-scheidungshilfen an und können zur Selbstkontrolle der Arbeit beitragen. Insbesondere diese Funktion setzt Information und Aneignung durch die Mitarbeiter/innen sowie deren Einbeziehung bei Entwurfsdiskussion sowie ggf. Fortschreibung der Rahmenkonzeptionen voraus.
  • Die Rahmenkonzeptionen stellen ein wichtiges Instrument der Selbstdarstellung dar und dienen zugleich der fachlichen Information der Öffentlichkeit.
  • Die Rahmenkonzeptionen versuchen als Instrumente der Organisationsentwicklung diese fachlich zu fundieren und zu unterstützen und sind zugleich als Elemente dieses Prozesses weiterzuentwickeln und fortzuschreiben.


Der Teil 1 der Rahmenkonzeption wurde i. S. e. übergreifenden gemeinsamen fachlichen Fundierung in der Gesamtbetriebsleitung erarbeitet, diskutiert und für die Betriebseinheiten einheitlich formuliert. Er wurde in verschiedenen Veranstaltungen, z.T. einrichtungs- und dienstübergreifend den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorgestellt, mit ihnen gemeinsam diskutiert, fachlich-kritische Rückmeldungen und Anmerkungen fanden Berücksichtigung.

Die beiden besonderen Teile 2 und 3 der Rahmenkonzeption beziehen sich aus schwerpunktmäßig fachlicher Perspektive auf die besonderen Gegebenheiten der jeweiligen Betriebseinheit und wurden innerhalb der jeweiligen Betriebseinheit erarbeitet und formuliert.

Im Teil 2 geht es jeweils in einem ersten Abschnitt um grundlegende gemeinsame Themen, Fragestellungen und Regelungsbereiche der jeweiligen Dienste und Einrichtungen. Zum anderen geht es jeweils im Teil 3 um Geschichte, Entwicklungsstand, Rahmenbedingungen und Perspektiven der Dienste und Einrichtungen der jeweiligen Betriebseinheit.

Der Teil 2.1 ist als offene „Bausteinreihe“ angelegt. Hier können in einem offenen Prozess Beiträge aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu den entsprechenden thematisch gegliederten Bausteinreihen aufgenommen werden. Dies setzt dann jeweils eine Prüfung und Freigabe durch die Betriebsleitung voraus.

Der Teil 1 der Rahmenkonzeption wurde von der GBL am 18.11.2005 in Kraft gesetzt. Die einzelnen Kapitel der Teile 2 und 3 treten jeweils nach Fertigstellung und Einfügung in das Vereinshandbuch in Kraft.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort   

1.    Wir begleiten Lebenswege: Herausforderungen in den Handlungsfeldern beruflich sozialer Arbeit

1.1      Grundlegende Handlungsprobleme und Handlungslogik beruflicher sozialer Arbeit
1.1.1    Einleitung   
1.1.2    Berufliche soziale Arbeit und zugrundeliegende gesellschaftliche Problembereiche
1.1.3    Rollenförmig-spezifische und diffus-familiale soziale Beziehungen 
1.1.4    Das Arbeitsbündnis: Berufliche soziale Arbeit als besonderer Beziehungstypus und als
            widersprüchliche Einheit einer Beziehungspraxis
1.1.5    Fallverstehen und Hilfen im Fallverstehen   

1.2.    Zum Begriff der Professionalisierung   
1.2.1    Das Professionalisierungserfordernis beruflicher sozialer Arbeit   
1.2.2    Typische Spannungspole und Vereinseitigungsgefahren beruflicher sozialer Arbeit

1.3.    Die Einbettung von Arbeitsbündnissen   
1.3.1    Das klientenbezogene Arbeitsbündnis und seine mögliche Einbettung in ein Arbeitsbündnis
            mit Eltern oder gesetzlichen Betreuern
1.3.2    Das klientenbezogene Arbeitsbündnis und seine mögliche Einbettung in ein Arbeitsbündnis
            mit einer Klientengruppe
1.3.3    Arbeitsbündnis und Kooperation der Fachkräfte beruflicher sozialer Arbeit untereinander

1.4.    Eine phasenbezogene Betrachtungsweise von Arbeitsbündnissen   

1.5.    Das Arbeitsbündnis und seine soziale Rahmung   
1.5.1    Grundbestimmungen von Rahmen und Rahmenarbeit   
1.5.2    Elemente und Funktionen des Rahmens  
1.5.3    Diagnostisches Arbeitsbündnis und Einrichtung von Arbeitsbündnissen   
1.5.4    Prozeß und Funktionen individueller Hilfeplanung   

1.6    Aspekte der Leiter/innen-Mitarbeiter/innen-Beziehungen, ihrer sozialen Rahmung und ihrer
         Bedeutung für das Arbeitsbündnis

1.7    Das Arbeitsbündnis und die Autonomie der Lebenspraxis   
1.7.1    Ein strukturtheoretisches Modell der Autonomie der Lebenspraxis   
1.7.2    Autonomieentwicklung, lebenszyklische Entwicklungsaufgaben und kritische Lebensereignisse
1.7.3    Die Dimensionen des Kohärenzgefühls im salutogenetischen Ansatz als Bedingungen der
            Möglichkeit autonomer Lebenspraxis
1.7.4    Zur Bedeutung erzählter Lebensgeschichte für die Lebenspraxis und für die Praxis beruflicher
            sozialer Arbeit
1.7.5    Sozialer Wandel, Enttraditionalisierung und Auswirkungen auf die Lebenspraxis
1.8    Resümee: Das Arbeitsbündnis als zentrales berufsübergreifende Wesensmerkmal beruflicher
         sozialer Arbeit im Focus von Therapie

1.9    Die Evaluation beruflicher sozialer Arbeit im Focus des Arbeitsbündnisses als Möglichkeit einer
         Qualitätsbeurteilung nach internen Kriterien beruflicher sozialer Arbeit

1.10     Zur Problematik der Bewertung von Ergebnissen im Bereich beruflicher sozialer Arbeit
1.10.1    Die Ermittlung von Zufriedenheitsurteilen der Klienten 
1.10.2    Vorher-nachher-Vergleich  
1.10.3    Die indirekte Bewertung der Ergebnisqualität beruflicher sozialer Arbeit über die Bewertung
              der Qualität ihrer Abläufe und Strukturen im Focus des Arbeitsbündnisses

1.11    Aktuelle gesellschaftliche Rahmenbedingungen und  Entwicklungstendenzen beruflicher
           sozialer Arbeit
1.11.1    Veränderungen und Tendenzen in Leistungsverwaltung und Sozialrecht
1.11.2    Grenzen der Ausweitung des psychosozialen Hilfesystems und seine immanenten Ambivalenzen
1.11.3    Selektive Professionalisierung und Laiisierung  
1.11.4    Das zunehmende öffentliche Interesse am ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen
              Engagement und die Notwendigkeit einer Standortbestimmung beruflicher sozialer Arbeit


Anhang Kapitel 1
1.    Das Stadien- und Krisenmodell des Lebenslaufes nach Erikson
1.    Systematisierung von Entwicklungsaufgaben nach Havighurst
3.    Systematisierung von Entwicklungsaufgaben nach ihrem zeitlichen Umfang nach Oerter
4.    Die Stadien des Familienzyklus und Familienentwicklungsaufgaben nach Carter/McGoldrick
5.    Metaentwicklungsaufgaben im Familienentwicklungsprozess nach Schneewind
6.    Aufgabenbereiche in der frühen Entwicklung nach Waters & Sroufe
7.    Arbeitshilfe Esofab

 


2.    Grundlegende Themen, Fragestellungen und Regelungsbereiche in den Arbeitsbereichen
       der Dienste und Einrichtungen des Vereins

2.1.   Die Arbeitsbereiche für Kinder und Jugendliche
2.1.1  Die Entwicklung und Entfaltung von Autonomie in der biographischen Entwicklung
2.1.2    Die eingeschränkte Autonomieentfaltung der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung und das
            Prinzip der Stellvertretung
2.1.3    Lebensfelder und -bedingungen der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung im Spannungsfeld
            von Autonomie und Stellvertretender Krisenbewältigung
2.1.4    Begleitung, Unterstützung und Therapie von Kindern mit Behinderung als berufliches Handeln im
            Feld sozialer Arbeit der Frühförder- und Frühberatungsstelle des Vereins und die spezifischen
            Herausforderungen im Arbeitsbündnis
2.1.5    Gemeinsame Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung als
            berufliches Handeln im Feld sozialer Arbeit der Kindertagesstätten des Vereins und die
            spezifischen Herausforderungen im Arbeitsbündnis
2.1.6    Begleitung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung als berufliches
            Handeln im Feld sozialer Arbeit der Schulsozialarbeit des Vereins und die spezifischen
            Herausforderungen im Arbeitsbündnis

2.1.7    Begleitung und Unterstützung von Kinder und Jugendlichen mit Behinderung als berufliches
            Handeln im Feld sozialer Arbeit des Ambulanten Dienstes des Vereins mit den
            Leistungsbereichen Familienunterstützung und Schulassistenz und die spezifischen
            Herausforderungen im Arbeitsbündnis

2.2    Die Arbeitsbereiche für erwachsene Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung
2.2.1    Die Entwicklung und Entfaltung von Autonomie in der biographischenEntwicklung
2.2.2    Die eingeschränkte Autonomieentfaltung des erwachsenen Menschen mit Behinderung und
            das Prinzip der Stellvertretung

2.2.3    Lebensfelder und -bedingungen erwachsener Menschen mit  Behinderung im Spannungsfeld von
            Autonomie und Stellvertretender Krisenbewältigung

2.2.4    Begleitung und Unterstützung von erwachsenen Menschen mit Behinderung als berufliches
            Handeln im Feld sozialer Arbeit in den Wohnverbünden des Vereins und die spezifischen
            Herausforderungen im Arbeitsbündnis
2.2.5    Begleitung und Unterstützung von erwachsenen Menschen mit Behinderung als berufliches
            Handeln im Feld sozialer Arbeit des Ambulanten Dienstes mit dem Leistungsbereich
            Familienunterstützung und die spezifischen Herausforderungen im Arbeitsbündnis
2.2.6    Interdisziplinarität und Multiprofessionalität als Voraussetzung einer angemessenen,
            ganzheitlichen und komplexen Begleitung von erwachsenen Menschen mit Behinderung

2.3    Die Arbeitsbereiche für erwachsene Menschen mit körperlicher Behinderung
2.3.1    Hinführung und Zielsetzung
2.3.2    Verstehensweise von körperlicher Behinderung aus verschiedenen Perspektiven

2.3.2.1    Die sozialrechtliche Definition im Überblick
2.3.2.2    Körperliche Behinderung aus Sicht der ICF
2.3.2.3    Das inhaltliche Grundkonzept der ICF

2.3.3    Die Formen der Krankheiten/Gesundheitsstörungen im Kontext einer Körperbehinderung aus
            medizinischer Sicht

2.3.4    Einschränkungen der Aktivitäten und der Partipation

2.3.4.1    Direkte/unmittelbare Aktivitätseinschränkungen
2.3.4.2    Partizipationseinschränkungen durch erschwerte Selbstfindung in sozialer Interaktion
2.3.4.3    Fortgang der Überlegungen und Klärungen

2.3.5    Selbsthilfeorganisationen der Betroffenen „Nichts über uns ohne uns“

2.3.6    Die aktuellen politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen und ihre konkrete Relevanz
            für das System der Hilfen

2.3.7    Das bisher entwickelte Hilfesystem für erwachsene Menschen mit körperlicher Behinderung und
            seine Auswirkung auf die Neuorientierung für das berufliche/professionelle Handeln
   
2.3.8    Begleitung und Unterstützung von erwachsenen Menschen mit körperlicher Behinderung
            als berufliches Handeln im Feld sozialer Arbeit des Ambulanten Dienstes in den
            Leistungsbereichen Assistenz und Pflege sowie Betreutes Wohnen

2.3.8.1   Zum gegenwärtigen Stand des Unterstützungsangebotes des Vereins für erwachsene
              Menschen mit einer körperlichen Behinderung - ein Überblick
2.3.8.2   Regelungsbereiche und –aufgaben hinsichtlich der aktuellen Angebote des Vereins
2.3.8.3   Perspektiven zukünftiger Angebotsmodule

2.3.9    Literaturangaben

2.4.    Die Arbeitsbereiche für Menschen mit Autismus

2.4.1    Die eingeschränkte Autonomieentwicklung der Menschen mit  Autismus und das Prinzip der
            Stellvertretung
2.4.2    Lebensfelder und -bedingungen der Menschen mit Autismus im Spannungsfeld von Autonomie
            und Stellvertretender Krisenbewältigung
2.4.3    Begleitung und Therapie von erwachsenen Menschen mit Behinderung als berufliches Handeln
            im Feld sozialer Arbeit des Autismus-Therapieinstitutes und die spezifischen Herausforderungen
            im Arbeitsbündnis



3.    Geschichte, Entwicklungsstand, Rahmenbedingungen und Perspektiven der Dienste und
       Einrichtungen des Vereins

3.1    Frühförderung und Kindertagesstätten
3.1.1    Allgemeine historische Entwicklung, aktuelle Situation und Herausforderungen sowie
            Perspektiven im Bereich Frühförderung/Kindertagesstätten

3.1.1.1    Historische Entwicklung der Vorschulerziehung in Kindertagesstätten
3.1.1.2    Exkurs: Die Geschichte der Integration, insbesondere im Elementarbereich

3.1.2    Geschichte und Entwicklungsstand von Frühförderung und Kindertagesstätten des Vereins

3.1.2.1    Kindertagesstätte Tabaluga
3.1.2.2    Kindertagesstätte Martin-Luther-Park
3.1.2.3    Ambulanter Sprachheildienst
3.1.2.4    Frühförder- und Frühberatungsstelle – Die Geschichte

3.2    Schulsozialarbeit
   
3.3    Autismus-Therapieinstitut
3.3.1    Geschichte und Entwicklungsstand des Autismus-Therapieinstituts
    
3.4        Ambulanter Dienst
       
3.5    Wohnen (Koordinationsstelle, Wohneinrichtungen, Betreutes Wohnen)
3.5.1    Allgemeine historische Entwicklungen, aktuelle Situation und Herausforderungen sowie
            Perspektiven im Arbeitsfeld Wohnen für erwachsene Menschen mit Behinderung
3.5.2    Geschichte und Entwicklungsstand des Vereins Behindertenhilfe im Arbeitsfeld „Wohnen“


Anhang Band 3
1. Thematisch gegliedertes Literaturverzeichnis
 

Download:


Vereinhandbuch Band 3 Kapitel 1

Vereinhandbuch Band 3 Kapitel 2

Vereinhandbuch Band 3 Kapitel 3